Die Nackenfaltenmessung ist Teil des „Erst-Trimester-Screenings“ während der Schwangerschaft. Sie kann Hinweise auf bestehende Krankheiten oder Gen-Anomalien des Kindes liefern.

Die Nackenfalte ist eine Ansammlung von Flüssigkeit unter der Haut. Diese Verdickung im Nackenbereich des Fötus wird auch als „dorsonuchales Ödem“ bezeichnet. Auf dem Ultraschall ist die Falte als ein schwarzer Fleck zu erkennen. Ist die Nackenfalte auffällig dick, kann dies ein Hinweis auf eine Erkrankung oder einen Gendefekt hinweisen. Eindeutigere Ergebnisse können nur weitere Untersuchungen liefern.

Eine andere Bezeichnung für die Untersuchung ist Nackentransparenzmessung. Sie zählt zu den nicht-invasiven Untersuchungsmethoden und ist risikofrei für Mutter und Kind.

 

Der beste Zeitpunkt für die Untersuchung

Die Messung erfolgt zwischen der 10. bis 14. Schwangerschaftswoche. Mit der Ausbildung der Nieren und des Lymphsystems ab der 14 Schwangerschaftswoche bildet sie sich bereits wieder zurück. Die Untersuchung ist und Teil des Erst-Trimester-Screenings und kann freiwillig durchgeführt werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten Untersuchung (der) auf 150 bis 250 Euro, wovon rund 30 Euro auf die reine Messung der Nackenfalte entfallen.

 

Was passiert während der Messung?

Die Untersuchung wird per Ultraschall durchgeführt. Für Mutter und Kind besteht keinerlei Verletzungsgefahr. Der Arzt kann die Nackenfalte „abdominal“ über die Bauchdecke oder „vaginal“ über die Vagina vornehmen, je nachdem, welche Variante den besseren Blick zur Vermessung zulässt. Gemessen wird die Breite der Falte an einem bestimmten Punkt.

 

Was der Befund aussagen kann

Eine Verdickung muss zunächst überhaupt keine Krankheit bedeuten. Sie kann auch eine vorübergehende physiologische Veränderungen sein, die mit voranschreitender Schwangerschaft verschwindet. Sie kann aber auch ein Hinweis auf das Bestehen einer der folgenden Krankheiten oder Gen-Anomalien sein

  • Trisomie 13, 18 und 21 (Down-Syndrom)
  • Infektion
  • Herzfehler
  • Zwerchfellhernie
  • gestörte Lymphdrainage
  • fetale Blutarmut (Anämie), Hypoproteinämie

 

Das weitere Vorgehen nach einem auffälligen Befund

Um einen bestehenden Verdacht weiter bestätigen zu lassen oder eben zu entkräften, war früher eine anschließende Fruchtwasserpunktion die nächste Option. Wer sich für diese Untersuchung entscheidet, muss aber das Risiko einer Frühgeburt, das zwischen 0,5 und 2% liegt (und damit sehr  hoch), in Kauf nehmen. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Chorionzottenbiopsie, deren Risiko bei etwa 1% liegt.

Die bessere Alternative ohne erhöhtes Risiko für Dein kleines Babywunder: in Deutschland ist auch der “Harmonytest” – ein reiner Bluttest – für das Down-Syndrom erhältlich, dessen Resultat eine 99%ige Sicherheit liefern kann.

 

Wann weitere Untersuchungen empfehlenswert sind – und wann nicht!

Stimme Dich bereits frühzeitig (vor der 12 SSW) mit Deinem Ehemann ab, macht Euch Gedanken wie Ihr zu möglichen Krankheiten oder Gen-Anomalien steht. Für manche Paare ist dieses Thema nicht einfach greifbar, dennoch ist eine gute Vorbereitung wichtig, um unnötigen Stress für Baby und Mutter zu vermeiden (siehe unten warum):

  1. Wenn das Wissen um ein Vorliegen von Trisomie für die Eltern von entscheidender Bedeutung ist und eine Abtreibung infrage käme, sollten ergänzende Untersuchung vorgenommen werden.
  2. Wer sich im Falle einer Anomalie trotzdem für das Kind entscheiden möchte, kann auf weitere Untersuchungen gut verzichten. Es sollte auch bedacht werden, dass keiner der genannten Tests eine 100%ige Sicherheit liefern kann.
  3. Wer zudem vor den Risiken der invasiven Folgeuntersuchungen zurückschreckt, braucht im Grunde auch die Nackenfaltenmessung nicht. Die Untersuchung aus Neugierde zu machen, kann eine Erleichterung bringen. Bei einem unklaren Befund können der weitere Verlauf der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Kind aber unnötig belastet bzw. verunsichert werden.